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Handling it all

Ich glaube am Ende muss man sich einfach zugestehen, dass es nicht möglich ist, alles unter Kontrolle zu haben. Egal in welchem Job, welcher Familien und Lebenssituation man sich befindet. All die feinen Möglichkeiten, die verlockend zwinkern – man wird sie nicht ergreifen können. Nicht alle. Nee, niemals.

Vor ein paar Wochen saß ich im Café. Mein Handy meldete – wie sicher allen bekannt, diese Situation – Speicher voll. Ich wollte also nebenher ein paar Fotos löschen. 18 Elemente ausgewählt stand da und ich klickte auf löschen. Zack – da war meine ganze Galerie leer. Ich hatte alle 18 Foto Ordner gelöscht. Nach ein paar Schreck Sekunden fühlte ich mich ... irgendwie erleichtert.

Die Möglichkeit dauernd alles zu fotografieren macht, dass wir dies auch tun. Und häufen tausende von Fotos an, die wir nie nie nie wieder anschauen werden. Aber im Zweifel habe ich die schönsten Fotos sowieso verschickt gehabt an die Menschen, mit denen ich die Momente geteilt habe. Und die schönen Momente, die sind zudem ja in meinem Herzen, nicht auf dem Handy.

Und das war mir eine Lehre. Die Lehre, dass unsere Möglichkeiten und unser Handeln in diesen Möglichkeiten nicht automatisch heißt, dass sie so sinnvoll sind (tausende von Fotos) und wir ohne Sinn, wenn wir es sein lassen.

Es liegt doch an uns den Rahmen zu stecken. Was gibt deinem Leben Sinn? Wieviel Postings auf Sozialen Medien? Wieviel Sport? Wieviel Erfolg? Wieviel Sex? Wieviele Kinder? Wieviele Süßigkeiten? Nur, weil da ein Bild vermittelt wird, das eben genau das ist – ein bestimmtes Bild, musst du dem nicht entsprechen. Was nämlich passiert ist, dass wir uns dauernd unzulänglich fühlen, wenn wir uns diesem Bild anpassen wollen. Dabei sollten wir überlegen – was will ich denn und was denke ich, dass ich es will, tue es aber eigentlich nicht, sondern habe diesen Glaubenssatz einfach von den anderen (Kindergarten Müttern, meiner Familie, den Kollegen, den virtuellen Ratgebern et cetera) übernommen.

Lösch einfach mal deine 20 offenen Tabs und stell sich nicht wieder her. Schmeiß die „perfektes Gewicht Hose“ weg und such dir ein neues Wohlfühlgewicht, was nicht in der Vergangenheit liegt, sondern im Hier und Jetzt.

Atme mal und spüre, was wichtig ist. Was deine Prioritäten. Und dann hör auf zu hetzen und zu rennen und dauern dir selber zu suggerien, irgendwas müsse noch optimiert werden.

Dazu gehört, einfach mal loszulassen. So wie ich meine 18 Foto Ordner.

Habe einen leichten Tag, Julia

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