scheißekackamama

Den zweiten Tag in Folge hol ich das Kind ab und er lässt seine Wut auf dem Heimweg lauthals an mir aus, weil er sich mit seinen Jungs im Kindergarten gestritten hat. „Scheißekackamama“ heiße ich also den gesamten Heimweg. Yogische Atmung – Check, versucht zu erklären, dass das nicht mein Name ist – Check, es ignoriert – Check, geschimpft – Check. Nichts hilft dann. Nichts. Und man.. ist das anstrengend. So sehr ich ihm helfen will, ihm erklär, dass man so nicht spricht mit Menschen. Wir danach darüber sprechen, dass das seine Wut, wie ein Feuerball in seinem Bauch ist, die ich aber auch nicht abbekommen möchte.. so sehr ich auch Yogalehrerin bin... so wenig hilft das in solchen Momenten. Solche Momente sind einfach scheißekacka!

Puh.. das gilt wohl nicht als mutmachendes Ende eines Blogposts mh?

Also dann.. jetzt wo seine Wut verraucht ist und seine süße Stimme nebenan sein Legospiel begleitet, da lass ich den übergesprungenen Wutfeuerball gehen. Wie ich das mach (und vielleicht hilft es ja auch dir bei Feuerball Alarm):

Ich schüttel ihn ab, den ganzen Körper wild umher. Die Arme in die Luft wirbelnd, Hauptsache Bewegung und Fenster auf, auf dass er sich nach draußen verpissen kann, der Kackfeuerball.

Und dann setz ich mich hin. Egal wo. Und schließe die Augen. Und stell mir vor, ich bin die Herrscherin meiner Insel. Wenn ich den Feuerball ansausen seh, dann schmetter ich ihn ab mit meinem Schild, wenn er schon da auf meiner Insel ist, dann schmeiß ich ihn ins Meer und er versinkt zischend. Ich seh mich um, auf meiner Insel, da rauschen die Palmen im Wind, da streichelt der Sand meine Fußsohlen, da rollen die Wellen weißrauschend an meine Füße, da ist kein Feuerball mehr in Sicht. Nicht hier, nicht in mir, nicht in meinem Kind, was ich halte, was ich trage, denn so sauer ich auch war gerade, so sehr das Feuerballpingpong uns gerade ausgefüllt hat, so sehr sind wir ja immer verbunden in Liebe.

Puh.. sandige Grüße vom Inselalltag.

Eure Julia

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