Seelenpflege

Die Wäsche/der Hausputz/das Kellerausmisten kann warten, Eure Seele sollte es nicht

Auf dem überaus hübschen Foto, was ihr zu diesem Blogeintrag betrachtet, seht ihr den Spalt zwischen Waschmaschine und Dusche. Täglich fällt er mir auf, wenn ich in die Dusche steige. Und täglich denke ich, das müsste ich doch mal angehen. Genauso, wie ich einmal die Woche beim Putzen bemerke, wo ich überall mal richtig gründlich putzen sollte. Welche Stellen ich mal überlackieren, mal nachstreichen sollte. Wo ich echt mal die Schränke ausräumen und alles hingebungsvoll schrubben sollte.

Und dann nervt es mich und ich überlege, wann ich Zeit dafür nehmen könnte. Und es gäbe sie schon, diese Zeitfenster. Ich fülle sie nur nicht mit eben diesen Dingen. Wenn sich zwischen meinen Kursen, der Buchhaltung, dem ganz normalen Alltag und meinem Feierabend mal ein Zeitfenster öffnet, dann mache ich Yoga. Dann meditiere ich. Seelenpflege.

Sollte ich das tauschen? Meine Seelenpflege. und dann? Wäre dieser Zwischenraum zwischen Maschine und Dusche tiptop, dann gäbe es kein Staubkorn in den alten Heizung, dann gäbe es keine Kartons mit alten Klamotten auf den Schränken oder regenfleckige Fenster. Super. Aber wie ginge es meiner Seele? Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass diese Regenflecken Male auf meiner Seele wären, dass sich in den Winkeln ganz viel Staub und Spinnenweben sammelten, dass der Shampooflaschen und Lappen/Handtuch Berg, der hinter meiner Waschmaschine wächst und gedeiht, symbolisch für all das steht, worum ich mich nicht kümmern kann, was meine Seele aber belastet, mein Herz schwer werden lässt, dann wird mir ganz bang zumute.

Also, ja wenn ihr das nächste Mal hier zu Besuch seid und ein Stäubchen mehr entdeckt: ich steh dazu. Ich stehe dazu, dass ich auf meine Seele achte, und dafür den ein oder anderen Regenfleck hinnehme.

Und was sind Eure Prioritäten? Den Staubsauger einmal mehr zu schwingen oder ihm zuzuzwinkern, um zu meditieren?

Eure Julia

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